Meine Yoga- und Wanderauszeit im schönen Tirol

Hey ihr Süßen,

obwohl meine Auszeit schon etwas länger her ist, hab ich mich entschieden, dass sie es wert ist niedergeschrieben zu werden.

Letztes Jahr im Herbst hab ich gemerkt, dass ich ziemlich am Limit bin. Es war für mich an der Zeit was zu verändern. Ich war im Job nicht mehr glücklich, fühlte mich ausgelaugt und hatte keine Energie mehr, nicht einmal für die Dinge, die ich normalerweise als Ausgleich mache. Nach langem Hin und Her habe ich meinen Mut zusammen genommen, hab meine Komfortzone verlassen und als Erstes meinen Job gekündet. Nachdem ich anschließend noch viel Zeit und Energie in die Suche nach einem Neuen investiert hatte, brauchte ich für mich einen Abschluss und gleichzeitig einen Neustart.

Im Internet bin ich zufällig über das einladend aussehende Hotel Lärchenhof mit Yogaangebot in Seefeld (Tirol-Österreich) gestolpert und habe mich kurzerhand dazu entschieden, dort für ein verlängertes Wochenende einzuchecken.

Ja ich hab mir eine Auszeit gegönnt. Ja ich hab sie länger gemacht als eine Tasse Tee. Ja ich hab es genossen und ja ich fühlte mich so erholt, als wäre ich 3 Wochen im Urlaub gewesen. 🙂 Ich weiß, in meinem Post „5 Tips für mehr Achtsamkeit und Selfcare im Alltag“ rate ich euch zu kurzen Auszeiten jeden Tag. Die sind auch enorm wichtig und ich gönne sie mir wenn möglich wirklich täglich. Vor Allem weil ich aus meiner Situation damals gelernt habe. Allerdings braucht man zwischendurch einfach mal ein paar Tage ganz für sich oder wenn schon nicht alleine, dann zumindest raus aus dem gewohnten Umfeld um sich verwöhnen zu lassen.

In den letzten Jahren habe ich entdeckt, dass ich entspannter und gelassener durchs Jahr gehe, wenn ich mir immer wieder schöne Kurzurlaube übers Wochenende gönne, anstatt mich das ganze Jahr zu überarbeiten um dann 4 Wochen am Stück irgendwo hinzufliegen. Das Eine schließt das Andere ja nicht aus. Gut geplant gehen sich sowohl ein paar Kurzurlaube als auch ein längerer Urlaub im Jahr aus. Jetzt war es also Zeit für einen Kurzurlaub für mich ganz alleine. Yippeeee 🙂

Also ab ins Auto und auf ins Tirol. Perfekte Zeit, im Herbst, nach Ende der Hauptsaison. Das bedeutet Erstens- nicht viele Menschen- und Zweitens- günstigere Preise.

Ich plane diese Kurzurlaube gerne in der Nähe, da für diese paar Tage lange Autofahrten schon wieder Stress bedeuten. Daher sind meine oder unsere Ziele meist mit dem Auto in weniger als 4 Stunden erreichbar. Dafür bieten sich bei uns am Besten Tirol, Salzburg, Bayern oder Italien an. Neben Trips in die Berge machen wir auch jedes Jahr einen Städtetrip. Auch eine Stadt kennen zu lernen kann sehr entspannend sein, solange man sich selbst keinen Druck macht, von wegen was man nicht alles sehen will, sondern einfach Morgens aufsteht und vor die Türe geht um zu sehen, was der Tag alles bringt.

So und jetzt zurück ins Tirol. 🙂 Es war ein 4 Nächte Trip und ich startete am Vormittag, bepackt mit Hund, Ausrüstung für jegliche Eventualitäten, Jause für die eeeewige Fahrt :), absoluter Vorfreude und einem etwas mulmigen Gefühl davor, was mich wohl erwarten würde. Alleine die Fahrt ins Tirol finde ich schon immer superschön. Und ich merkte bereits auf dem Weg, wie ich meinen Alltagsstress nach und nach hinter mir lassen konnte.

Nach etwa 2,5 Stunden Fahrt bog ich auf den Parkplatz des Hotels ein. Ein schönes Gebäude am Hang über Seefeld mit herrlicher Aussicht auf die Berge in der Umgebung. An der Rezeption wurde ich samt Hund freundlich empfangen und bekam neben dem Zimmerschlüssel auch gleich die gratis Karte für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Bergbahnen (die zu der Zeit allerdings Revision hatten) in der Umgebung.

Das Zimmer war modern und gemütlich eingerichtet mit Zugang auf eine große Terasse. Ich packte zuerst meine 1000 Sachen aus (ich hab so meine Probleme mit dem Packen, wenn ich für Yoga, Wandern und schickes Abendessen Klamotten brauche :)) und machte mich dann fertig für eine Erkundungstour durchs Hotel und einen anschließenden Spaziergang.

Das Hotel ist wirklich sehr schön, hat einen modernen Wellnessbereich und einen tollen Garten mit fabelhafter Panoramaaussicht. Der anschließende Spaziergang war nach der Autofahrt genau das Richtige, sowohl für mich als auch für meine tierische Begleitung und gab mir schon einen kleinen Vorgeschmack auf lange Wanderungen und Bergtouren in einer bezaubernd schönen Umgebung. Nach einer kurzen Ruhepause im Zimmer, in der ich ganz gemütlich ein Buch lesen konnte, ohne mir Gedanken über irgendwelche zu erledigende Dinge machen zu müssen, ging ich in den Speisesaal.

Nach dem mir von einem sehr freundlichen Kellner mein Tisch für die nächsten Tage zugewiesen wurde, merkte ich, wie absolut ungewohnt es doch ist, in einem Restaurant ganz alleine an einem Tisch zu sitzen und ein 4 Gänge Menü einzunehmen. 🙂 Ja ich hab meine Komfortzone in diesen Tagen mehr als einmal verlassen. Danach war mir aber mal wieder bewusst, wie schnell man sich doch an neue Situationen gewöhnt und ich war überrascht, wie sehr ich das „alleine Essen“ genossen habe und wie viel bewusster ich gegessen habe. Das Essen an sich war köstlich und es war auch kein Problem ein vegetarisches Menü zu bekommen.

Am nächsten Morgen (nach einer entspannten Nacht im Tiefschlaf) gings vor dem Frühstück zuerst in die Yogastunde. Es warteten ein sehr schöner Raum mit alten Holzbalken und eine sehr liebe und kompetente Yogalehrerin auf mich. Im Sommer oder bei entsprechenden Temperaturen gibt es sogar die Möglichkeit, auf einer großen angrenzenden Terrasse zu praktizieren. Wie toll ist das denn? 🙂 Das wurde also für die Zeit meines Aufenthalts zu meiner Morgenroutine. Es wurden Yogaeinheiten zu verschiedenen Zeiten geboten, da ich später aber in die Berge wollte, passte die Einheit am Morgen perfekt.

Yogaraum im Hotel

Anschließend gönnte ich mir ein ausgiebiges Frühstück von einem wahnsinns Buffet an dem ich sogar mein lauwarmes Ingwerwasser und selbstgemachte Tees bekam. Verpflegungstechnisch lässt dieses Hotel wirklich keine Wünsche offen.

Reitherspitze

Gestärkt und motiviert schlüpfte ich in meine Wandersachen und machte mich auf, zu meiner ersten großen Tour. Ich liebe es, wenn ich direkt von meiner Unterkunft aus losgehen kann. Ohne zu wissen wohin, wanderte ich einfach mal los. Letztendlich landetet ich auf der Seefelder Spitze und nach ca. 7 Stunden erschöpft aber glücklich zurück im Hotel.

Die nächsten Tage sahen ziemlich ähnlich aus, einmal eine etwas kürzere Tour, da meine Augenbrauen am Nachmittag noch eine Wellnessbehandlung bekamen. 🙂 Der Beauty- und Spabereich ist übrigens auch sehr empfehlenswert.

Dann nochmal eine größere Tour auf die Reither Spitze. Die Berge um Seefeld sind wunder-wunderschön und ich merkte, wie ich mit jedem Schritt ein Stück Freiheit und Energie wiederbekam. Einfach nur zu gehen, ohne Druck, ohne Zeitlimit, ohne fixes Ziel ist unglaublich befreiend. Außerdem war es überraschend schön, den ganzen Tag keiner Menschenseele zu begegnen 🙂 Ich war alleine mit mir, dem Hündchen und der Natur…und ein paar Gämsen, die zu beobachten ebenfalls zu meiner Entspannung beitrug.

Zeit um Steintürmchen zu bauen. 🙂

Obwohl ich mich wieder auf zu Hause freute, stimmte es mich etwas wehmütig, als der Tag der Abreise gekommen war. Fast 5 Tage nur für mich (meine einzigen Gespräche mit Menschen waren die mit dem wirklich erwähnenswert freundlichen Hotelpersonal) waren absoluter Luxus. Ich hatte Zeit mir Gedanken zu machen, aber nicht den Druck, mir Gedanken machen zu müssen. Ich habe die Tage genossen, ohne Pflichen oder Termine und konnte mich nur mit mir selbst beschäftigen. Die Natur genießen. Die Freiheit in den Bergen spüren. Mir wieder bewusst machen, wie wertvoll, spannend und schön das Leben ist.

Ich kann euch eine solche Auszeit nur von Herzen empfehlen meine Lieben. Ob es nun in diesem Hotel oder in einem anderen ist. Ob ihr einfach mit dem Zelt loszieht oder euch eine einsame Hütte mietet. Ob es nun in den Bergen oder am Meer, im Winter oder im Sommer ist, es lohnt sich auf jeden Fall. Wenn sich euch die Möglichkeit bietet, packt sie beim Schopf und gönnt euch eure eigene Auszeit. Enspannt euch, erdet euch und seid es euch wert.

>>a comfortzone is a beautiful place- but nothing ever grows there<<

Namasté

eure Mel

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