Traveln mit Campervan und „Workaway“ Part 2: Spaniens Norden

Weiter gehts ihr Lieben,

Wir haben es mittlerweile nach Spanien geschafft und ich kann gleich zu Beginn sagen, dass ich das „Workaway“ im Titel weglassen hätte können da durch COVID-19 und die schlechte spanische Wirtschaftslage wenig bis gar keine Hosts/Gastgeber zu bekommen sind. Ich hab es wirklich versucht und unzählige Anfragen gesendet (war ein bisschen wie Bewerbungen schreiben und ziemlich frustrierend), auf die Wenigsten davon haben wir überhaupt eine Antwort erhalten, die Restlichen waren Absagen. Also an alle, die trotz der momentanen Situation nach Spanien reisen- Workaway ist nicht die Beste Option.

Vegan oder Vegetarisch essen

Also was erstmal positiv zu vermelden ist ist, dass man zumindest in den Supermärkten eine ganz gute Auswahl hat. Beinahe alle haben diverse Nuss- und Sojamilcharten, Hummus etc. Manche haben eine ziemlich große Auswahl an Fleischersatzprodukten, wer das möchte. Im Lidl bekommt man sogar veganes Eis. Tofu gibts auch fast überall und selten aber doch habe ich sogar vegane Kekse entdeckt. (Ja da kommt die Naschkatze durch :)) Selber kochen ist somit überhaupt kein Problem, das Einzige das nach wie vor nicht zu bekommen ist, ist Nussmus, das lasse ich mir jedoch immer von diversen Besuchern von zu Hause mitbringen.

Jetzt kommen wir allerdings zu den Restaurants. Man möchte ja doch hin und wieder mal Essen gehen, hier wirds allerdings schwierig denn trotz der super App „HappyCow“ sind kaum vegane Restaurants zu finden. Selbst in größeren Städten ist es gar nicht so einfach und aufgrund der Wirtschaftslage kann es schon mal passieren, dass man ewig auf den Beinen ist um ein Restaurant zu finden, welches am Ende schon seit 2 Jahren geschlossen hat. Vegetarisch ist etwas einfacher aber man muss trotzdem relativ oft auf Patatas Bravas zurückgreifen, was in den meisten Fällen einfach Pommes bedeutet. Tja, auch Spanien ist, wie Frankreich, ein Fleisch und Fisch Land. Heißt dann wohl selber kochen.

Naja es gibt Schlimmeres, wir machen einfach mal ein paar Wochen Urlaub und bekochen uns selbst. 🙂 Auch nicht schlecht. Wie diejenigen die meine Posts regelmäßig lesen bereits wissen, sind wir von Frankreichs Westküste nach Spanien gefahren. Von dieser Richtung aus landet man somit zuerst im schönen Baskenland.

Baskenland

Es ist wirklich spannend, wie sich auf der kurzen Strecke von Frankreich über die Grenze nach Spanien die Landschaft verändert. Kaum ist man im Baskenland, ist man umgeben von grünen, bewaldeten Hügeln die an Österreich erinnern. Die steilen Klippen am Atlantik und die wunderschönen Strände stellen jedoch schnell klar, dass man sich doch nicht zu Hause befindet. 🙂

Zarautz

Wir sind geradewegs durch San Sebastiàn durchgefahren (shame on us-aber Städte sind nicht unser Ziel) und direkt am Gran Camping in Zarautz gelandet. Was soll ich sagen? Toller Camping, grandiose Aussicht und viel weniger los als noch vor ein paar Stunden in Frankreich. Der Strand von Zarautz ist lang und unter der Woche verteilen sich dadurch die Menschen sehr gut, so, dass es nicht zu voll wird. Zum Surfen ist er perfekt für Anfänger geeignet und die 400 Stufen vom Camping Platz zum Meer sind ein perfektes Warm-up. 🙂 Die Stadt an sich ist nichts Besonderes, bietet allerdings genügend Möglichkeiten zum Shoppen und kleine Bars und Restaurants die die berühmten Pinchos (die Tapas des Nordens :)) anbieten. Am Wochenende wird es am Strand ziemlich voll, da haben wir aber einfach Strandpausen eingelegt und uns die Tage gemütlich mit lesen und so weiter am Camper vertrieben.

Nach ein paar schönen Tagen in Zarautz ging es weiter an den wunderschönen Playa de Laga. Ein Strand wie aus dem Bilderbuch, gerahmt von hohen, grauen Felsklippen ist er deutlich kürzer als der Strand in Zarautz und füllt sich daher auch schneller. Zum Surfen rentiert sich ein Besuch aber auf jeden Fall, da im sauberen, klaren Wasser nicht viel los ist und die Wellen wirklich top sein können. Das Parken kann sich etwas schwierig gestalten, wir haben allerdings mit ein bisschen Fußweg immer einen Parkplatz gefunden. Übernachten war hier leider nicht möglich aber wir haben 15 Minuten weiter, in Zelaieta, einen Parkplatz gefunden, an dem es sogar einen Wasseranschluss gibt und an dem es niemanden stört solange man, wie überall in Spanien, über Nacht alles in den Van räumt. So sind wir während des Tages einfach immer an den Strand gefahren zum Surfen und Abends dann auf diesen Platz.

Playa de Laga

Übrigens ist „Park4Night“ hierfür eine App, die zu haben sich definitiv lohnt und wenn man dann auch noch ein Bisschen bei Google Maps reinschaut kann man wirklich tolle, einsame und ruhige Plätze zum Übernachten finden. Das mit dem Ruhig und Einsam hat bei uns nicht immer funktioniert, da wir leider zur Hochsaison unterwegs waren und durch COVID-19 natürlich sämtliche Spanier im eigenen Land Urlaub machen. Vor allem an den Wochenenden kann es daher extrem voll werden. Die beste Reisezeit für Nordspanien sind daher die Nebensaisonen im Frühjahr oder Herbst. Hin und wieder mussten wir sowieso an einen Campingplatz, da viele Strandduschen wegen COVID-19 gesperrt waren und nach ein paar Tagen Surfen und Meer sowohl unsere Wetsuits als auch wir selbst eine Dusche nötig hatten. Diese Aufenthalte haben wir dann einfach auf die Wochenenden gelegt und uns da ins Landesinnere verzogen, wo nicht so viel los ist.

Das Baskenland ist wirklich wunderschön, die Küsten und die Vegetation traumhaft und die Möglichkeiten zum Surfen unzählig. Einzig etwas enttäuscht waren wir von den Städten, wahrscheinlich weil wir direkt aus Frankreich kommen und süße, malerische Städtchen gewohnt waren. Was das angeht sollten die Erwartungen zumindest in den spanischen Küstenregionen im Norden nicht zu hoch sein. Den Städten fehlt meiner Meinung nach ein Bisschen der Charme. Aber wir sind ja zum Glück nicht deswegen hier. 🙂

Cantabrien

Weiter gings in die nächste Provinz: Cantabrien. Die Küste verändert sich hier nicht wirklich, es bleibt felsig, steil und wunderschön. Unser erster Halt ist Playa de Berria. Der Strand ist lang, selbst in der Hauptsaison nicht übervoll und auch ein perfekter Anfänger Surfspot wenn er denn „Swell“ hat. Es gibt einen Campingplatz, der sehr „idyllisch“ zwischen Friedhof und Gefängnis liegt. 🙂 Davor kann man aber zur Nebensaison gut freistehen (zur Hauptsaison wird man verjagt), ebenso auf den Parkplätzen entlang der Straße. Hier funktionieren auch die Strandduschen, was uns dazu bewegt hat, hier etwas länger zu bleiben. Der Campingplatz inkludiert eine Surfschule und einen sehr günstigen Boardverleih, was praktisch ist, da wir Besuch von zu Hause bekommen und dieser sich natürlich auch im Surfen ausprobieren möchte. Wir erkunden gemeinsam die Stadt Santona, die in 10-15 min gut mit Fahrrad oder Longboard zu erreichen ist. Auch hier, Shops, Restaurants und Bars aber nicht viel Charme.

Hier in Cantabrien wagen wir uns dann doch mal in eine größere Stadt und übernachten einmal auf einem Womo-Stellplatz in Santander. Santander ist eine überaschend schöne Stadt die sehr viele Shopping Möglichkeiten bietet und tolle Restaurants (auch vegan) und Bars hat. Wir haben eine lustige Nacht mit einigen Cervecas 🙂 und können die Stadt auf jeden Fall empfehlen.

Playa de Arena

Anschließend machen wir einen kurzen Abstecher an den schönen Playa de Arena, der über einen bestens ausgestatteten Campingplatz aber auch über Freistehmöglichkeiten (am Camping vorbei, links den Hügel hoch) verfügt. Leider warten wir hier vergeblich auf surfbare Wellen, allerdings ist der Strand wunderschön mit einem Fluss der links ins Meer mündet. Macht man sich die Mühe am Fluss landeinwärts zu gehen wird man mit einem tollen, ruhigen Badeplatz und weißem Sand belohnt. Wer also einen entspannten Badetag einlegen möchte ist hier genau richtig.

Flusslauf bei Arena

Da das Wochenende und somit die Menschenmassen wieder nahen, entschließen wir uns ins Landesinnere zu fahren. Auf dem Weg dahin fahren wir noch kurz in San Vincente vorbei um die Lage zu sondieren. San Vincente ist wunderschön und ein sehr beliebter Surf- und Badespot, den man allerdings besser in der Nebensaison besucht. Es ist so voll, dass wir sofort weiter fahren. Und dann gehts Richtung Riano, das Mitten in den Picos de Europa liegt, einem großartig schönen Gebirge. Obwohl wir aus Österreich kommen und ich in meinem Leben schon viel Zeit in den Bergen und mit dem Befahren diverser Passstraßen verbracht habe ist dies devinitif die Längste, die ich je gefahren bin. Die Fahrt ist atemberaubend schön und wir werden immer wieder mit grandiosen Aussichten belohnt. Auf dem Weg gibt es hin und wieder kleine Dörfer, die wirklich schön sind und endlich den vermissten Charme präsentieren.

Blick vom Campingplatz

Leider habe ich zuvor beim Longboarden meinen Fuß etwas beleidigt und daher ist Wandern für mich nicht möglich. Für alle jedoch, die Urlaub in den Bergen machen wollen und gerne zu größeren Bergtouren aufbrechen ist dies der richtige Ausgangspunkt. Riano liegt an einem riesigen Stausee und der Campingplatz hat eine tolle Aussicht. Mir blutet doch ein bisschen das Herz, dass wir diese Berge jetzt nicht besteigen können. Nächstes Mal. Bei einer Reise nach Nordspanien lohnt es sich auf jeden Fall, Bikini und Bergschuhe einzupacken.

Passstraße durch die Picos

Asturien

Nach einem ruhigen und angenehmen Wochenende geht es für uns weiter nach Asturien. Wir fahren zuerst die beliebten Strände Playa del Verdicio und Playa del Xaro ab, die beide wirklich unglaublich schön aber wie zu erwarten auch unglaublich voll sind. Vor allem Verdicio verwandelt sich zur Hauptsaison in ein Festivalgelände mit unzähligen Menschen, Zelten und Autos. Da wir das wirklich nicht wollen geht es für uns weiter und ich kann nur nochmals von Juli und August als Reisezeit abraten. Im September ist es hier anscheinend wunderschön ruhig und auch das Freistehen ist kein Problem. Wir übernachten schließlich am Playa del Bahidas, der sehr klein und nicht sehr sauber ist. Der Campingplatz ist allerdings sehr hübsch und vor allem wenn man mit dem Zelt unterwegs ist hat man hier die Möglichkeit auf tollen Plätzen mit viel Privatsphäre zu übernachten.

Da wir aber auf Wellenjagd sind 🙂 fahren wir weiter zum Playòn de Bayas, einem sehr, sehr langen Strand der sogar im August nicht all zu voll ist. Wahrscheinlich weil es ein ausgeschriebener Hundestrand ist, das stört uns allerdings nicht. Die Wellen sind hier aber absolut nicht anfängertauglich also machen wir uns einen schönen Badetag, schauen den geübteren Surfern zu und übernachten anschließend am Cabo Vidrias oben auf den Klippen und ganz alleine. Es ist wunderschön hier, was soll ich sagen, ich liebe diese Klippen und Steilküsten. Sie erinnern ein Bisschen an Irland.

Frejulfe

Mit unserem nächsten Spot, Frejulfe, kommen wir an einen meiner Lieblingsplätze in Nordspanien. Ein toller Strand mit sauberem Wasser und gutem Swell, hinter dem sich ein steiler Pinienwald erhebt. Wir schlafen oben auf dem Parkplatz, neben dem es auch eine nette Beachbar gibt und gehen über die kleinen Wege im Wald zum Strand um zu Surfen. Es ist wunderschön hier, das einzige Manko, die Menschen sind zu faul um zur Toilette zu gehen und erledigen sämtliche Geschäfte im Wald was dazu führt, dass es dementsprechend riecht und aussieht. Schade… Leider funktionieren auch hier die Strandduschen nicht aber für ein paar Tage lässt sichs aushalten.

Die Umgebung hier ist wunderschön und bietet traumhafte Aussichtsplätze. Die weichen Waldwege laden zum Joggen entlang der felsigen Küste ein und wenn man sich die Mühe macht ein Bisschen zu laufen kann man einsame und schwerer zugängliche aber unglaublich schöne kleine Buchten zum Baden finden.

Zwischen Frejulfe und Playon de Bayas waren wir noch an den Stränden Cadavedo und Otur um zu sehen, ob es sich rentiert, hier zu bleiben. Beides sind sehr schöne Strände an denen man Freistehen kann und die sowohl Duschen, WCs und einen Beachbar haben und nicht so voll sind. Da es aber kaum Wellen gab, sind wir weiter gefahren.

Galizien

Von Frejulfe aus haben wir einen kurzen Abstecher nach Galizien gemacht und uns diverse Strände von Ribadeo westwärts angesehen. In Galizien werden die COVID-19 Maßnahmen gefühlt noch strenger genommen als in den restlichen Provinzen und Wetter und Wellen lassen zu wünschen übrig, weshalb wir zurück nach Frejulfe fahren, wo wir uns nochmal mit Freunden treffen. Da das Wetter hier im Norden sehr launisch sein kann und uns schon seit zwei Tagen mit Unmengen und durchgehendem Regen bei Laune hält-NICHT, beschließen wir alle gemeinsam, uns auf den Weg ins sonnige und warme Andalusien zu machen. Davon gibts dann selbstverständlich wieder einen Post.

Fazit zu Nordspanien

Landschaftlich ist die Atlantikküste in Nordspanien unglaublich schön. Die Kombination aus schroffen Klippen, weißen Sandstränden, grünen Hügeln und Wäldern und hohen Bergen ist mehr als nur sehenswert. Zum Surfen ist diese Küste absolut „the place to be“, allerdings nicht zur Hochsaison. Menschenmengen und volle Lineups sind nicht, was wir gesucht haben. Wir werden jedoch sicher zu einer anderen Jahreszeit mal wiederkommen und uns dann Galizien noch genauer ansehen.

Was die COVID-19 Maßnahmen betrifft so müssen ÜBERALL Masken getragen werden und die Hände müssen vor dem Betreten jedes Geschäftes desinfiziert werden. Außerdem sind sehr viele Restaurants und Geschäfte geschlossen, da sie das Ganze wohl nicht überlebt haben. Aber hey, wer zu diesen Zeiten reist, darf sich darüber sicher nicht beklagen.

Was die Städte betrifft muss ich wohl nicht nochmal erwähnen, dass sich meine Begeisterung in Grenzen gehalten hat. Abschließend bleibt somit zu sagen, dass die Region für alle Surfer und Menschen die gerne in den Bergen sind sehr empfehlenswert ist. Seinen Badeurlaub oder Städtetrip verbringt man jedoch besser woanders. 🙂

Für uns gehts jetzt hoffentlich in die Sonne Andalusiens.

Bis bald ihr Lieben

P.S.: Wenn ihr Fragen oder Tips habt schreibt sie doch gerne in die Kommentare.

P.P.S.: Seid mir bitte nicht böse, wenn auf manchen spanischen Wörtern die kleine Wellenlinie fehlt aber mein Laptop wollte das partout nicht machen. 🙂

2 Kommentare zu „Traveln mit Campervan und „Workaway“ Part 2: Spaniens Norden

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