Vanlife: Vegan Essen in Süd-Westeuropa

Ihr Lieben, wie ihr sicher mitbekommen habt, sind wir seit einigen Monaten in unserem Camper „Erwin“ durch Europa unterwegs. Was auch bestimmt nicht zu überhören war ist, dass es in Fleisch-und Fisch Liebhaber-Ländern wie zum Beispiel Frankreich und Spanien, nicht ganz einfach ist, sich vegan/vegetarisch zu ernähren. In den meisten Restaurants und Bars ist es fast unmöglich vegane Speisen (Pommes ausgenommen) zu bekommen, und selbst in den Supermärkten ist Vorsicht geboten, da z.B. in Frankreich sogar der Hummus, hin und wieder, Frischkäse enthält. Trotzdem merkt man auch hier, dass langsam ein Wandel stattfindet, und nachdem man sich ein bisschen eingewöhnt hat, kommt man eigentlich ganz gut klar. Meine Tips, Restaurantempfehlungen und Lieblingsshops, gibt es nun für euch in diesem Beitrag.

Vegan im Restaurant

Zu den Restaurants gibt es erstmal zu sagen, dass ihr in größeren Städten, oder kleinen, hippen Surf-Dörfern sicher mehr Glück mit veganen Restaurants, oder zumindest Solchen, die ein paar vegane Optionen auf ihrer Karte haben, haben werdet, als in abgelegenen und ursprünglicheren Gebieten. So war es in Frankreichs´ Provence und den kleinen, malerischen Dörfern eigentlich unmöglich, etwas Veganes, außer Salat oder Pommes, zu bekommen, während wir an der West-Atlantik-Küste, und natürlich in Städten wie La Rochelle, schnell fündig wurden.

Auch in Spanien gestaltet sich, zumindest im Norden, die Suche schwierig, außer natürlich in den Städten. Ich benutze nach wie vor überall die App „HappyCow“. Sie zeigt euch vegane und vegetarische Restaurants, sowie Veggiefreundliche an, und ihr habt auf einen Klick sämtliche Rezessionen, Bilder und den Link zur Homepage.

In den folgenden Orten in Andalusien, haben wir wirklich gut vegan gegessen, und ich dachte mir, ich teile diese „Schmankerln“ mit euch. Natürlich waren das nicht die Einzigen Restaurantbesuche aber von den Abenden, an denen ich Pommes gegessen habe, brauche ich euch hier nicht zu erzählen. 🙂

Cadiz

Die wunderschöne Stadt in Andalusien bietet nur ein einziges, komplett veganes Restaurant, nämlich „La Veganesa“ in der Altstadt, das jedoch zweifellos einen Besuch wert ist. Ich mag vor allem in Spanien die veganen Restaurants, da dann die Auswahl der Tapas einfacher ist, als wenn immer noch gerätselt und gefragt werden muss, ob das Gericht auch wirklich vegan ist bzw. vegan gemacht werden könnte. Im „La Veganesa“, einem gemütlichen, liebevoll eingerichteten Restaurant sitzen wir also im Außenbereich, heißt in der Fußgängerzone, und freuen uns über unzählige vegane Tapas.

In unserer Freude bestellen wir natürlich die halbe Karte, und rechnen nicht damit, dass die Tapas hier so rießig sind. Was solls, sie schmecken herrlich, und von Moussaka über vegane Fleischbällchen bis zu den leckersten Torten, bekommt man hier alles. Besonders auf letztere kann ich am Ende, trotz bereits übervollem Bauch, natürlich nicht verzichten, und überesse mich maßlos an dem großen Stück veganer Brownie-Sahne-Schoko-Erdbeertorte. Die Sünde hat sich jedoch gelohnt, und mich sehr glücklich gemacht. 🙂

El Palmar

In El Palmar gibt es, obwohl der Ort/Strand eigentlich eher klein ist, einige vegane Optionen, da es ein zum Surfen bekannter Strand ist, sehr gemütlich mit einer gewissen Hippie-Attitude, und eher auf junge Menschen ausgerichtet. Wir haben uns für das „A-Frame“ entschieden, das älteste Gebäude hier, das modern und mit Charme restauriert wurde, und nun ein helles und offenes Ambiente mit Meerblick und leckerem Essen bietet.

Das „A-Frame“ ist nicht komplett vegan, bietet aber ausreichend vegane Optionen, von einem Frühstück, Pancakes und Smoothies, bis hin zu veganen Burgern, leckeren Buddhabowls und Schokomousse. Sehr lecker und vor allem sehr gesunde Alternativen. 🙂

Tarifa

In dem süßen hippie-kite-surf-Ort mit viel Charme, gibt es einige vegane und vegetarische Restaurants, die alle sehr verlockend aussehen. Wir haben uns für das „Grow“, entschieden. Das kleine, aber sehr gemütlich eingerichtete Restaurant, liegt direkt gegenüber vom Hafen und verkauft nebenbei noch einige, einzelne, speziell ausgewählte Klamotten.

Besonders begeistert haben mich hier die frischen Säfte, die Smoothies ähneln und seeeehr lecker sind. Auch das Essen war gut, allerdings nicht ganz billig. Leider hatten wir keine Zeit, die anderen veganen Restaurants in Tarifa auszuprobieren, würden aber beim nächsten Mal, zumindest wegen der erfrischenden Säfte, nochmal ins Grow zurück gehen.

Benalmadena

In Benalmadena, einer sehr touristisch angehauchten Gegend im Raum Malaga, die jedoch vorwiegend von Engländern besucht wird, ist es ebenfalls nicht ganz einfach, komplet vegane Restaurants habe ich keine entdeckt. Allerdings waren wir im „Indi Mex“, welches, wie der Name vermuten lässt, indische und mexikanische Küche anbietet. Normalerweise nicht meine erste Wahl, da bei Restaurants die so breit gefächerte Küche anbieten meist die Qualität leidet. Nicht hier, zumindest nicht bei der indischen Küche. Ich wurde freundlich beraten, welche Gerichte wirklich vegan sind, und hatte am Ende ein leckeres Kichererbsen-Curry mit Reis, und auch das Gemüse-Curry, von dem ich probieren durfte war sehr lecker. Übrigens sind indische Restaurants immer ein guter Tip, wenn es sonst keine veganen Restaurants gibt, da diese so gut wie immer, zumindest ein veganes Curry auf der Karte haben.

Mangels Alternativen, da zu Zeiten von COVID-19, und in der Nebensaison die Möglichkeiten eher knapp sind, haben wir außerdem den Italiener Da Angelo ausprobiert. Es gab zwar keine ausgewiesenen veganen Gerichte, allerdings war der Kellner sehr bemüht, die Vollkornspaghetti mit Arrabiatta Soße und der gemischte Salat waren super, und der Service perfekt. Der Kellner war auffallend respektvoll, und hat auf sämtliche nicht vegane Inhalte hingewiesen.

Das war es vorerst mit von uns getesteten Restaurants, da wir vorwiegend selbst kochen. Absolutes Highlight ist für mich unter diesen Restaurants „La Veganesa“ in Cadiz. Happy Cow bietet noch eine weitere Auswahl an veganen und vegetarischen Restaurants in Andalusien. Einige davon, zum Beispiel in Malaga, wollten wir durchaus ausprobieren, sie waren aber leider, trotz gegenteiliger Behauptung von Google, geschlossen. Dies passiert in Spanien öfters, und ist momentan auf das Zusammenspiel von einer, ohnehin geschwächten, Wirtschaft und COVID-19.

Einkaufen

Frankreich

Wie erwähnt ist es in Frankreich gar nicht so einfach, vegane Produkte in den Supermärkten zu bekommen. Selbst beim Hummus, muss ganz genau gelesen werden, da oft Frischkäse beigemischt ist. Der Tomaten-Hummus der Marke l`atelier Blini und der Hummus á la libanaise von Carrefour sind jedoch sicher vegan. (erspart euch vlt. ein Bisschen suchen)

Mandel-oder Sojamilch bekommt man in den meisten Märkten, danach schwindet die vegane Auswahl aber sehr schnell. Wer Fleischersatzprodukte mag, wird in Frankreich leer ausgehen. Allerdings bietet das Land grandiose Wochenmärkte, auf denen man so viel frisches Gemüse und Obst bekommt, dass einem ganz automatisch tolle Gerichte einfallen, die man auch ohne vegane Fertigprodukte kochen kann.

Was ich in Frankreich am Meisten vermisst habe, ist Nussmus. Ich habe mich wirklich, auch bei Einheimischen und Menschen, die schon länger in Frankreich leben durchgefragt, und von allen bestätigt bekommen, dass es das in Frankreich nicht gibt. Sie haben auch kein Tahini, wer also gerne damit kocht, sollte sich zu Hause eindecken.

Leider habe ich erst nach dem wir Frankreich verlassen hatten entdeckt, dass „Koro“ auch einen onlineshop in Frankreich hat, und ich mir sämtliche Leckereien aus meinem lieblings-Shop, zu einem Host hätte liefern lassen können…Mist. Wer also länger in Frankreich ist, kann sich diverse Nussmuse, veganes Pesto, super leckere und gesunde Snacks, und Vieles Mehr über den Onlineshop ins Haus oder in den Camper 🙂 liefern lassen. Es ist in Frankreich also nicht ganz einfach aber wenn man, so wie wir im Camper, viel selbst kocht, kommt man ganz gut zurecht.

Spanien

Spanien macht einem das vegane Essen definitiv einfacher als Frankreich. Diverse pflanzliche Milch, bekommt man in so gut wie jedem Geschäft, außerdem Hummus, und kaum zu glauben, in einigen wenigen sogar Erdnussmus. Letzteres um spezifisch zu sein in den Märkten Mercadona und Aldi.

Bei Aldi rentiert es sich außerdem, hin und wieder die Angebote zu checken, da es zum Teil vegane Wochen gibt, in denen ich sogar veganen Kuchen ergattert habe. Happy meeee. 🙂

Auffallend ist in Spanien, dass vor allem die Discounter, wie Lidl und Aldi, mit einem großen Sortiment an veganen Fertigprodukten aufwarten. So eine vegane Tortilla mit frischem Gemüse oder Salat, ist vor allem im Camper ein schnelles, einfaches aber leckeres Essen. Von Tofu, Burgerlaibchen und „Fleischbällchen“, über Tabouleeh und Hummus, bis hin zu veganen Snacks und fertigen Salaten, bieten die Kühlregale hier eine große Auswahl.

Einen besonderen Tip habe ich hier noch für alle Naschkatzen: Bei Eroski (einem anderen spanischen Supermarkt) gibts vegane Doppelkekse mit Schokofüllung. Seeehr lecker, und die Einzigen, die ich gefunden habe. Ansonsten ist Naschen nicht so einfach, es gibt auch keine klar benannte vegane Schokolade (außer in den Lidl Angebotswochen), allerdings lohnt es sich hier, die Zutatenlisten durchzugehen, da besonders die ganz dunklen Schokoladen oft vegan sind.

Fazit

Es ist nicht ganz einfach, sich hier vegan zu ernähren, allerdings kommt man mit ein paar Tips wirklich super zurecht. Für alle, die nicht ewig unterwegs sind lohnt es sich, gewisse Dinge, von denen ihr wisst, ihr könnt nicht darauf verzichten 🙂 einfach mitzubringen. Dafür kann ich euch auch nochmal den „Koro“ -Shop empfehlen, da sie viele Produkte in größeren Packungen anbieten, und man so eine super Urlaubsration dabei hat. Ich hab zum Beispiel jetzt noch veganes Pesto (hier kaum zu bekommen) und gekeimtes Müsli (zuckerfrei, hier auch sehr schwierig) von „Koro“ dabei.

„Grow“ in Tarifa

Ihr Lieben, ich hoffe ich konnte euch eure Reise oder euren Urlaub hiermit etwas erleichtern, wünsche euch eine schöne Zeit und bis bald. Falls ihr weitere Tips und Empfehlungen habt, freue ich mich über diese in den Kommentaren.

P.S.: Für die, die sich wundern, ich bin normalerweise niemand, der viele Fertigprodukte und Fleischersatz benutzt, allerdings hat man im Camper doch keine Vollausgestattete Küche, und ist manchmal ganz froh, wenn schnell und einfach gekocht werden kann. 🙂

Mel

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