Fuerteventura-Überwintern im Süden

Für die kälteren Monate des Jahres, haben wir uns in wärmere Gefielde zurückgezogen. 🙂 Damit sich auch unsere Surfboards nicht langweilen, gings auf die Kanaren, genauer gesagt auf Fuerteventura, das für seine perfekten Wellen, die warmen Temperaturen, und momentan vor allem für die geringsten COVID-19 Restriktionen bekannt ist. Alles über unsere Anreise mit „Erwin“, unsere Unterkunft, Camping-Möglichkeiten, tolle Strände, leckeres Essen, Mietautos und andere Tipps, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Mit der Fähre nach Fuerteventura

Beginnen wir doch mit der laaaaangen Anreise vom spanischen Festland, auf die felsige Kanareninsel Fuerteventura. Natürlich könnte man es sich einfach machen, in ein Flugzeug steigen, und in wenigen Stunden die angenehme Wärme im Süden genießen. Für uns war das jedoch absolut keine Option, da wir „Erwin“ keinesfalls zurück lassen wollten. 🙂 Daher haben wir uns dazu entschieden, die Reise nach Fuerteventura mit der Autofähre anzutreten. Das bedeutet eine 38 Stunden Fahrt von Cadiz nach Gran Canaria, und anschließend nochmal 6 Stunden von Gran Canaria nach Fuerteventura. Ja, ich hab mich da ehrlich gesagt etwas vertan mit der Buchung, zurück gehts dann von Lanzarote direkt nach Cadiz, was nur 32 Stunden dauert. Von Fuerteventura ist man mit der Fähre in 30 Minuten auf Lanzarote. Somit ist diese Route die kürzere von beiden, preislich bleibt es jedoch gleich.

Sonnenuntergang auf der Fähre

Da es keine direkten Fähren, vom spanischen Festland nach Fuerteventura mehr gibt, müssen immer zwei Fährtickets gebucht werden. Einmal das vom Festland nach Gran Canaria oder Lanzarote, sowie das Zweite von der jeweiligen Insel nach Fuerteventura. Das Ticket von Cadiz nach Gran Canaria, beziehungsweise nach Lanzarote (one way) kostet für uns beide und „Erwin“ (Opel Vivaro, 5m lang, 2,20m hoch) etwa 500 €. Die Fährgesellschaft ist hier Transmediterranea, und die Tickets können problemlos online gebucht werden.

Das Ticket zwischen den Inseln kostet uns insgesamt zwischen 60 und 80€, hier gehts auf die Fähren von Naviera Armas. Auch Fred Olsen hat Fähren, die zwischen den Kanarischen Inseln verkehren, allerdings habe ich keine Ahnung, was die kosten.

Gesamt muss ich sagen, dass die Überfahrt zwar sehr lang, und ziemlich unbequem war, es sich jedoch zweifellos rentiert, auf den Kanaren ein Auto zu haben. Wir haben uns sehr viel Geld gespart, indem wir keine der teuren Kabinen auf der Fähre gebucht haben, das bedeutet allerdings auch, dass wir 38 Stunden auf Sitzen wie in einem Bus verbracht haben. Es beklagt sich jedoch niemand, wenn man sich zwischen den Sitzen auf den Boden legt. Uns war es zudem sogar möglich, in unseren Camper zu liegen um zu schlafen, weil das niemand kontrolliert hat. Im Ticket inbegriffen ist außerdem Frühstück und Abendessen auf der Fähre. Das gewinnt zwar keinen Gourmet-Preis, ist aber okay. Außerdem wurde uns zwischendurch sogar die Möglichkeit zu duschen angeboten. Entscheidet man sich für die bequemere Art zu reisen, und somit für eine Kabine, muss man locker mit dem doppelten Preis rechnen.

Mietauto auf Fuerteventura

Wer die Kanaren wirklich bereisen will, die Möglichkeit haben möchte, jeden Winkel zu entdecken und sichergehen möchte, dass der Urlaub spannend wird, kommt um ein Auto nicht herum. Natürlich hatten wir unseren „Erwin“, der ist jedoch nicht mehr der Jüngste, und da er noch etwas länger halten sollte, sind wir nicht alle Straßen mit ihm gefahren. Fuerteventura hat unglaublich schöne Strände, und traumhafte Natur, leider sind diese oft nur über sehr holprige Schotterstraßen erreichbar, und die sind für unseren Camper nicht mehr zumutbar. Wir hatten das Glück, dass unser Nachbar ein Mietauto hatte, und uns oft auf solche Offroad-Ausflüge mitgenommen hat. Durch ihn kann ich euch nun auch die Info geben, dass ihr schon für ca. 100€ die Woche einen praktischen, kleinen 4×4 Jeep ausleihen könnt, mit dem eurer Erkundung der Insel wirklich nichts mehr im Wege steht.

Warum sich das Überwintern auf Fuerteventura lohnt

Die erste angenehme Überraschung, die uns auf Fuerteventura erwartete, waren die sehr milden und angenehmen Temperaturen, und das im November! Hier kamen Shorts und Sommerkleider wieder zum Einsatz, laue Abende mit einem Glas Wein auf der Terasse waren Alltag, das Surfen für die etwas härter gesottenen sogar in Boardshorts möglich, und gemütliches Sonnenbaden am Strand zu dieser Jahreszeit völlig normal. Somit lohnt sich der winterliche Besuch auf den Kanaren zweifellos für alle Sonnenanbeter, die dem ungemütlichen Wetter von Mitteleuropa entkommen wollen.

Zusätzlich zu den perfekten Temperaturen (die übrigens im Dezember ein wenig sinken und selten auch mal Regen bringen, jedoch immer noch sehr angenehm sind), sind die Menschen auf Fuerteventura sehr freundlich, die Preise für Lebensmittel auf der Insel sehr günstig, und die Möglichkeiten für Ausflüge und Unternehmungen vielfältig.

Besonders für alle Surfer und Kite-Surfer, ist Fuerteventura einer der besten Orte, um den Winter zu verbringen. Mit viel Wind und perfekten Surfspots, die durch die Lage der Insel Swell von allen Seiten aufnehmen, gibt es kaum einen besseren Ort. Jedoch auch für alle nicht-Surfer ist die Insel ein traumhafter Ort, um dem Winter zu entfliehen, da sie viele Möglichkeiten für unterschiedliche Aktivitäten bietet.

Was kann man auf Fuerteventura unternehmen?

Wie bereits erwähnt, bietet die Kanaren Insel Fuerteventura, neben unzähligen tollen Surfspots, genügend Möglichkeiten, um der Langeweile zu entgehen. Für uns war das Wandern, an nicht surfbaren Tagen, eine unserer Hauptbeschäftigungen. Da wir eine Air BnB Wohnung in Betancuria gemietet hatten, waren wir dafür am perfekten Ausgangspunkt stationiert. Betancuria ist ein kleines, historisches, und für Fuerteventura ziemlich grünes Dorf auf der Westseite der Insel, etwa 7km im Landesinneren.

Wandern. Von Betancuria aus gibt es unzählige, schöne Wanderrouten auf die umliegenden Berge. Dabei ist besonders eine Tour, meiner Meinung nach empfehlenswert, da sie durch eine bezaubernde Landschaft führt, und man am Ende mit rießigen, von der Natur geformten Steinbögen belohnt wird. Für diese Tour fährt man von Betancuria aus noch etwa 10 Minuten weiter südlich nach „Vega de Rio Palmas“. Hier hat man unter dem sehr gemütlichen und populären Restaurant „La Naturaleza“ die Möglichkeit das Auto abzustellen. Von einem kleinen Kiesparkplatz folgt man nun der Beschilderung Richtung „Presa de las Penitas“. Der Schotterpfad führt nun abwärts, bis man eine Staumauer, und somit das sehenswerte Tal erreicht, in dem auf halbem Weg abwärts die „Presa de las Penitas“, eine kleine Kapelle, steht. Übrigens gibt es hier, auf der anderen Talseite (gegenüber dem Weg) auch Routen fürs Top-Rope Klettern.

Um zu besagten Steinformationen zu kommen, läuft man abwärts bis ans Ende des Tales, und hält sich dann rechts. Leider ist der Weg hier nicht mehr beschildert, und der Pfad muss manchmal ein bisschen gesucht werden. Man hält sich also nach dem Tal rechts, und beginnt direkt wieder mit dem Aufstieg auf den Berg, der rechts vom Tal liegt. Hier verwandeln sich Geröll und Steine schnell in größere Felsen, über die man entweder klettern kann, oder herumgehen. Nach ca. 15 min. aufwärts, erreicht man die besonderen Steinformationen, auch „Arches“ genannt, und wird außerdem mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Die „arches“ am Ende unserer Lieblings-Tour

Dies war unsere Highlight Tour, natürlich gibt es auf Fuerteventura jedoch noch viele weitere tolle Wanderungen, wie zum Beispiel der Aufstieg auf einen Vulkan und die Umrundung des Kraters, oder die etwas längere, dafür flache Tour von „Vega de Rio Palmas“ an den Strand von „Ajuy“, wo man rießige Höhlen und faszinierende Klippen bestaunen kann. Ajuy ist für alle nicht Wanderer übrigens auch problemlos mit dem Auto erreichbar.

Sightseeing. Das Sightseeing auf Fuerteventura beschränkt sich eher auf die Natur, als auf die typischen Städte und Gebäude. Die Insel hat in dieser Hinsicht jedoch einiges zu bieten. So lohnt es sich zum Beispiel, den weißen Sanddünen in Corralejo einen Besuch abzustatten. Ebenso sind die schmalen Bergstraßen von „La Pared“ bis nach „Betancuria“ mit ihren von kleinen Streifenhörnchen bevölkerten Aussichtspunkten, die alle mit dem Auto erreichbar sind, eine absolute Besonderheit.

Bergstraße nach Betancuria

Auch „Shipwreck“- Beach, oder auch „Playa de Garcey“ mit der 1994 gestrandeten „American Star“ ist einen Besuch wert. Der Strand ist übrigens ein beliebter Surfspot für Könner. Wenn die See etwas ruhiger, und das Wasser klar ist, kann man immer noch Teile des Schiffs erkennen. In „Caleta de Fuste“ gibt es bei Ebbe einen wunderschönen natural Pool, eingebettet in die schwarzen Felsen, der ebenfalls einen Besuch wert ist. In Fuerteventuras Hauptstadt „Puerto del Rosario“, lohnt es sich für alle Kunstbegeisterten, den Hafen und die Promenade zu besuchen. Hier kann man neben in Beton gegossenen Kunstwerken, tolle Graffiti-Kunstwerke an den Gebäuden bewundern.

Natural Pool

Unterhaltung. Die junge Surferszene hält sich zweifellos in Corralejo auf. Hier findet man neben unzähligen Surfshops und Restaurants, auch Bars und Clubs. (In unserem Fall leider zum Großteil geschlossen wegen COVID-19) Da auf Fuerteventura im Winter Hochsaison ist, braucht sich auch niemand Sorgen um zu wenig Unterhaltung machen. Wer auf der Suche nach einer englischen Szene ist, ist in „Castillo Caleta de Fuste“ bestens aufgehoben, wer es lieber deutsch mag, fühlt sich ganz im Süden, in „Morro Jable“ sicher wohl.

Glass Beach

Fuerteventura bietet für jeden etwas, egal ob Jung oder Alt. Wer sich einen Surfurlaub inmitten der Surfcommunity wünscht, hält sich in Corralejo auf, wer einen ruhigen Badeurlaub möchte, begibt sich an die Costa Calma. Für diejenigen, die den Badeurlaub gerne mit Pubbesuchen verbinden, sind Caleta de Fuste und Morro Jable die richtigen Orte, und wer sich ganz abseits von allem Troubel aufhalten möchte, mietet sich eine Unterkunft im schönen Betancuria.

Mit dem Camper auf Fuerteventura

Da wir uns eine Air BnB Unterkunft gemietet, und uns somit ein wenig Luxus gegönnt haben, kann ich über das Camperleben nicht aus erster Hand berichten. Trotzdem bin ich, da wir ja normalerweise auch campen, immer mit einem Auge bei den Campern, und schaue, wie es sich als solche auf der Insel leben lässt. Fakt ist, dass es auf Fuerteventura keine Campingplätze gibt. Trotzdem sind doch viele Camper auf der Insel unterwegs. Ein Vorteil ist, dass das Freistehen hier niemanden zu stören scheint, und man sich an die besten Plätze auf den Klippen, mit 1A Aussicht stellen kann. Da die Insel verhältnismäßig groß und nicht all zu dicht bevölkert ist, gibt es von diesen einsamen Plätzen genügend für alle. Somit wacht man morgens mit dem Rauschen der Wellen auf, und ist bei passendem Swell der oder die Erste im Line Up. Wenn man also einen gut ausgestatteten Camper hat, der nicht alle zwei Tage ans Stromnetz angehängt werden muss, ist das Überwintern im Camper auf Fuerteventura absolut problemlos möglich.

Vegan/Vegetarisch Essen auf Fuerteventura

Natürlich ist es auch auf den Kanaren, wie überall in Spanien, nicht ganz einfach vegan oder vegetarisch unterwegs zu sein. Allerdings ist es, auf Grund der Beliebtheit der Inseln bei jüngeren Generationen, doch etwas einfacher als auf dem Festland. Wie immer, ist wegen COVID-19 einiges geschlossen. Trotzdem hat vor allem Corralejo durchaus vegane und vegetarische Restaurants. Außerdem gibt es unzählige indische Restaurants auf der ganzen Insel verteilt, die immer vegane Gerichte im Angebot haben. Auch asiatische Restaurants bieten vegane Gerichte, zum Teil sogar ziemlich leckere vegane Maki etc. In Betancuria bekommt man im „La Sombra“ sehr gute vegane Burger und Falaffel, mit hausgemachter, veganer Mayo, und im „Vivi“ in Corralejo, einer unglaublich guten Pizzeria, habe ich einfach den Käse abbestellt.

Wir haben aber, wie immer, meist selbst gekocht. Auf Fuerteventura gibt es neben den gängigsten Supermärkten wie Lidl, Mercadona und Hyperdino außerdem noch Spar. Somit waren wir mit den unterschiedlichen, veganen Lebensmittel Angeboten sehr zufrieden, und ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, was mir gefehlt hätte…doch vielleicht etwas…wie immer: der Kuchen. 🙂 Aber den gibt´s dann zu Hause wieder.

Wir hatten eine großartige Zeit auf der Kanaren Insel, und ich kann Fuerteventura, als Platz zum Überwintern, nur wärmstens weiterempfehlen. Obwohl ich mich noch nicht daran gewöhnt habe, im Sommerkleid durch weihnachtlich dekorierte Straßen zu spazieren, hat es doch einen besonderen Flair. 🙂

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir diese doch gerne in die Kommentare.

Bis bald ihr Lieben. 🙂

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